Ach Du dickes Gold-Ei!

24. April 2011 | Kategorie: Kommentare, RottMeyer, Slideshow

von Frank Meyer

Wenn runde Marken fallen, bekommen Experten Schweißperlen. So war es auch in dieser Woche, als Gold plötzlich 1.500 US-Dollar pro Feinunze kostete. Wissenschaftlich ist das überhaupt nicht untermauert und steht auch in keinem der modernen Lehrbücher…

Die Experten sagen, es läge an der Schwäche des US-Dollar. Komisch. Gold wird in allen Währungen teurer. Egal. Dafür sind es Ex-perten, also etwas mit „Ex“… Edelmetallhändler meinen, dass die Leute Gold kaufen, weil sie dem Papiergeld misstrauen. Es gibt so viel davon und vermehrt sich wie Unkraut. Deshalb tauschen sie das gegen dieses „Zeug“, vor dem die Verbrauchschützer immer warnen. Wer Gold kauft, muss wirklich einen an der Waffel haben.

In dieser Woche wurden weltweit 100 Milliarden Dollar neue Schulden gemacht. Das entspricht der Goldmenge, die man in einem ganzen Jahr aus der Erde gräbt. Nächste Woche geht das weiter. Geld spritzt heute schneller aus den Rettungsschläuchen der Regierungen und Notenbanken, als man Gold fördern kann. Und jetzt gibt es offiziell auch Zweifel an der „AAA“-Bonität der USA. Dort im Staatsanleihesektor tobt die echte BL“AAA“SE.

Mit Gold wettet man auf die Pleite der Währung oder auf das Sterben des Papiergeldes, sagen Händler. Dabei ist eine Unze Gold wirklich dumm und vor allem langweilig. Jeden Tag wiegt sie 31,1 Gramm. Sie steigt nicht, die fällt auch nicht. Nur ihr Preis schwankt. In Simbabwe kostete eine Unze Gold während der Hyperinflation viele Billiarden Simbabwe-Dollar. Papier konnte man drucken. Gold nicht. Und dann war das Papier tot. Die Unze blieb – immer noch 31,1 Gramm schwer.

©Frank Meyer, Kolumne aus den Lübecker Nachrichten

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2 Kommentare auf "Ach Du dickes Gold-Ei!"

  1. holger sagt:

    Hier muss ich mal, da bestimmte auch jüngere Leser hier mitlesen, pedantisch eingreifen, um PISA nicht ausufern zu lassen.

    —>>> Jeden Tag wiegt sie 31,1 Gramm.“

    Nein, nein, nein. Sie hat jeden Tag nur die gleiche Masse. Wenn man nicht ständig poliert. Diese Masse übt eine Gewichtskraft (Newton) aus. Und diese ist auf der Erde nicht an allen Orten gleich.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Gewichtskraft

    Deswegen hat man früher Massen mit Massen verglichen. Auf der Waage. So und soviel (ich leg mich jetzt nicht fest) Gerstenkörner oder Grain ergaben eine Unze. Egal wo man auf der Erde ist oder war. Und dann ist man auf das Schummeln gekommen.

    Carpe Diem

  2. samy sagt:

    Moin Holger,
    lach nicht, aber ich kenne eine Physikaufgabe die fragte, wo mann denn besser Edelmetalle kaufen sollte und das war am Äquator, weil da das gleiche „Volumen“ leichter ist (r (erde) ist max.)! Verkaufen am Nordpol. Besser noch, beim Kauf immer eine schöne alte Balkenwaage in der Tasche haben, die lässt sich nicht austricksen …

    VG

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