JPMorgan in den Konkurs treiben?

22. November 2010 | Kategorie: RottMeyer

von Lars Schall & Frank Meyer
Wahre Profis überfallen keine Bank – sie gründen eine. So ähnlich sagte es Bertold Brecht. Ist diese Kleinigkeit vollbracht, kann man auch größere Dinge bewegen als nur das Geld auf den Konten. Mit entsprechender Größe und wenn man es klug anstellt, lässt sich sogar ein ganzer Markt dominieren, vor allem, wenn er nicht sonderlich groß ist wie der Silbermarkt. Und wenn Aufsichtsbehörden wegschauen, umso besser. Aber…

Was würde passieren, wenn es nirgendwo mehr Silber zu kaufen gäbe? Das wäre gar nicht ausgeschlossen, wenn nur ein paar Millionen Leute eine echte Unze Silber kaufen würden. Von den jährlich 22.000 Tonnen gefördertem Silber steht nur ein Bruchteil für Investitionen zur Verfügung. Davon saugt allein die Industrie rund 12.000 Tonnen ab.

Für Investoren kommen nur Barren und Münzen in Frage. In dieser Form lassen sich oberirdisch 1,2 Milliarden Unzen ausmachen. (596 Mio. Unzen in Barren, 588 Mio. Unzen in Münzen) Nehmen wir mal an, die Zahlen würden stimmen. Der Marktwert von rund 33 Mrd. USD entspräche einem Pro-Kopf-Anteil von 4,90 USD USD für jeden Erdenbürger – oder umgerechnet 3,58 Euro. Nimmt man eine andere Berechnung von Chris Mack von Seeling Alphaaus dem Sommer 2010 zu Rate, liegt er oberirdische Bestand bei rund einer Milliarde Unzen. Er hat die Bestände folgendermaßen zusammen getragen:

Der Silbermarkt ist einer der kleinsten globalen Märkte der Welt. Seit Jahren schon wird versucht, den Nachweis zu führen, dass wenige große Banken den Silbermarkt beherrschen. Die Behauptungen, dass Manipulation im Spiel ist, bekam neulich weitere Nahrung, als die US-Aufsichtsbehörde sagte, sie würde ermitteln. Genannte Namen: JPMorgan und HSBC. Das macht die CFTC nicht aus freien Stücken. Ob man etwas finden wird oder auch will, steht auf einem anderen Blatt. Sollte es wirklich Manipulationen geben, gäbe es ganz andere Wege, diese auffliegen zu lassen, als zu warten, ob sich dem Ganzen die Gerichte annehmen werden. Wie? Vom Markt selbst. Wenn jeder eine Unze Silber kaufen würde, käme JP Morgan als größter Leerverkäufer von Silber in erhebliche Schwierigkeiten, meint Max Keiser und startete eine Kampagne: “Crash JPMorgan, buy silver”

Wir haben uns mit ihm darüber unterhalten und ihn nach seinen Erklärungen gefragt. Das Interview erschien unter der Überschrift “Eine grandiose Idee für ‚jeden, der eine Bank in den Konkurs treiben will’“ hier:

http://www.chaostheorien.de/artikel/-/asset_publisher/haR1/content/eine-grandiose-idee-fuer-jeden-der-eine-bank-in-konkurs-treiben-will?redirect=%2F

Zusätzlich hier ein paar weitere der Keiser’schen Überlegungen und mehr zu den Hintergründen:

1 – JP Morgan hat eine riesige Short-Position in Silber – verbunden mit einer riesigen, äußerst prekären Derivate-Position, einige Schätzung gehen von rund 1,5 Billionen aus, die als Risiko für ihre Bilanz existieren.

2 – Verschiedene Börsen weltweit wurden dabei erwischt, wie sie den Preis von Silber mit „nackten“ Leerverkäufe manipulierten (Es gibt nicht immer einen Käufer für jeden Verkäufer).

3 – Von all den aktiv gehandelten Waren, die auf der ganzen Welt gehandelt werden, ist Silber eine der am wenigsten vorhandenen und sein Angebot schrumpft.

4 – Hedge-Fonds bestehen auf physische Lieferung von Silber – dadurch steuern sie zusätzliche Nachfrage bei und entblößen diese nackten Short-Positionen an den Börsen – die alles zusammenkratzen, um liefern zu können -, was die Preise auf Multi-Jahrzehnt-Höhen treibt – und diese räuberischen Fonds dazu inspiriert, noch mehr Silber zu kaufen.

5 – Es gibt Milliarden von Menschen auf der ganzen Welt, die wissen, dass die Banken Fließband-Betrug und -Unterschlagungen begingen. Sie sind verärgert, dass ihre Politiker nur daran interessiert zu sein scheinen, bei der Unterstützung der Banken zu noch mehr Betrug behilflich sein zu können – und sie suchen nach Wegen, sich nicht-aggressiv zu wehren und diese Banken zu de-kapitalisieren.

6 – Viele dieser Menschen haben den Zugang und die nötigen Mittel, um eine oder mehr Silbermünzen kaufen zu können – was noch mehr Barren vom Markt nimmt. Dies erzwingt ein zusätzliches Zusammenkratzen des physischen Silbers von den Händlern, um ihre Bestellungen erfüllen zu können – was die Fonds zu noch mehr Käufen und noch mehr physische Auslieferung von noch mehr Silber inspiriert. Das schafft einen kolossalen Lieferengpass – bei dem JP Morgan der größte Verlierer ist.

7 – Der Kauf von Silber ist der Weg, wie die Welt ihre Wut gegen die Banken monetarisieren kann, die ihr das Vermögen gestohlen haben.

8 – Crash JP Morgan, kaufe Silber.

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