300 Billionen Dollar Schulden

27. Juli 2016 | Kategorie: RottMeyer

von Bill Bonner

Nach unserer Reise nach Las Vegas verbrachten wir eine Nacht in Baltimore, um dann wieder in ein Flugzeug einzusteigen. Wir standen – wie immer – vor Röntgengeräten in der Schlange, packten die Taschen aus, wurden durchsucht – es ist alles zur normalen Routine geworden. Dabei haben wir fast vergessen, wie absurd das Ganze eigentlich ist.

Normale absurde Routine ist ja leider mittlerweile auch, dass ein Kerl mit einem Groll gegen Homosexuelle fast einen ganzen Nachtclub auslöscht. Das ist aber ein anderes Thema.

300 Billionen Dollar Schulden

Wir fühlen uns so glücklich. Nicht jede Generation hat das „Glück“, so viele groteske Dinge auf einmal zu erleben. Die US-Aktienmärkte sind auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Die Anleiherenditen sind auf einem Allzeittief. Und noch nie haben so viele Menschen so wenigen so viel geschuldet.

Liebe Leser mögen uns vorwerfen, dass wir schon wieder auf dem Thema herumreiten würden. Oder eben auf einem „toten Pferd“. Aber in der heutigen Ausgabe des Tagebuchs nehmen wir wieder die Peitsche zur Hand und legen los…

Dieses Pferd ist gar nicht tot. Er hat das Gebiss noch im Maul und rennt wie wild herum….

Einer Schätzung unseres Freundes Richard Duncan von MacroWatch zufolge ist der Weltschuldenberg nun auf 300 Billionen Dollar geklettert. Das sind 100 Billionen Dollar mehr als vor dem Ausbruch vor der Finanzkrise 2008. In den fünf größten Volkswirtschaften der Welt hat sich der Schuldenstand seit 2002 verdoppelt. Nun hängt der ganze Kram von den Schulden ab.

All diese Schulden sind in „Geld“ kalibriert, was ja ohnehin extrem außergewöhnlich ist. Der Schlüssel, um die heutige Wirtschaft zu verstehen, ist, dass Geld nicht Reichtum ist und der Dollar nicht einmal Geld ist.

Normalerweise ist Geld nur ein Mittel, Reichtum zu bemessen. Es ist wie eine Uhr. Eine Uhr ist nicht gleichbedeutend mit Zeit; die Uhr misst die Zeit nur.

Die Parasitokratie – angeführt von Zentralbanken – gibt vor, dass man die Menschen „reicher“ macht, wenn man noch mehr Geld ins System pumpt. Deshalb haben sie die Zinsen auf Null und sogar darunter gesenkt: um es für die Menschen einfacher zu machen, Geld zu leihen.

Aber Geld in das System pumpen ist ein Betrug. Es ist wie die Uhr zu verlangsamen, um den Tag scheinbar zu verlängern.

„Es gibt reale Grenzen … reale Gesetze …, die nicht geändert werden können“, sagte Ökonom und Autor George Gilder in Las Vegas. „Das wichtigste ist die Zeit.“

Wenigstens ist der alte Vor-1971-Dollar echtes Geld gewesen; er ist in der Realität der Zeit verankert gewesen.

Es braucht Zeit, wirklichen Reichtum aufzubauen. Du musst arbeiten. Sparen. Investieren. Und am wichtigsten ist: lernen.

Und es braucht auch Zeit, Gold aus dem Boden zu graben. Und es wird mit der Zeit immer schwieriger, echtes Gold zu finden. Die einfachen Oberflächenablagerungen werden zuerst abgebaut. Dann, wenn Sie mehr Gold haben wollen, müssen Sie weiter und weiter … tiefer und tiefer gehen. Und immer größeren Aufwand an Ressourcen und Zeit aufbringen.

Der einzige wirkliche Reichtum ist Wissen, sagt Gilder. Und das einzig reale Wachstum ist das Lernen. Alles andere ist ein Betrug.

Wie der betrügerische Dollar den Kapitalismus zerstörte
von Bill Bonner

Jüngst hörten wir beim Freedom Fest in Las Vegas dem Autor und Ökonomen George Gilder bei einem Gespräch zu. Er ist ein Genie. Wir bedauern es nun sehr, dass wir uns im Jahr 1999 über ihn lustig gemacht haben.

Damals war er schlichtweg abgehoben. Er war übermäßig begeistert von der dot.com-Revolution. Sein Kopf war wahrlich nicht mehr geerdet – er schien in die Sache vernarrt gewesen zu sein.
Aber jetzt sind seine Füße wieder auf festem Boden. Und er hat uns einen sehr großen Dienst erwiesen und uns dabei geholfen, noch mehr Punkte zu verbinden.

„Geld ist nicht Reichtum“, sagte er. „Es misst nur Reichtum.“

Das verzerrte Gesicht des Systems

Oder wie Steve Forbes (den haben wir in Las Vegas auch getroffen) es ausdrückte: Geld soll wie eine Uhr sein, zuverlässig die Stunden und Minuten und Sekunden des Tages messen.

Aber die Fed gibt vor, dass Geld wahrer Reichtum ist. Durch den Versuch, mehr Geld in die Wirtschaft zu injizieren (indem es einfacher und billiger zu bekommen ist) … ist es so, als ob man die Uhr künstlich verlangsamen würde, um den Tag zu verlängern!

„Nach 1970“, schreibt Gilder in seinem neuen Buch, The Scandal of Money, „verdreifachte die Finanzindustrie nahezu ihren Anteil an der US-Wirtschaft und auch bei den privaten Krediten gab es fast eine Verdreifachung in Relation zum BIP.“

Der betrügerische neue Dollar der Feds verzerrte das gesamte System. Die Kreditinflation ließ die Vermögenspreise ansteigen…und belohnte die Menschen, die Handel damit betrieben, überaus reich.

Es belohnte auch die Menschen, die im Besitz der Vermögenswerte waren – die Reichen. Die oberen 10 % der Lohnabhängigen beanspruchten 33 % des Volkseinkommens im Jahr 1971 für sich. Bis zum Jahr 2010 ging es für sie weiter auf sage und schreibe 50 Prozent des Volkseinkommens bergauf.

Gleichzeitig ist der mittlere Lohn für einen amerikanischen Mann im arbeitsfähigen Alter um 27 % gesunken. Für einen Mann ohne College-Ausbildung ist der Verlust noch katastrophaler: Er hat fast die Hälfte seines realen Einkommens verloren.

„Ein Scheitern des Kapitalismus“, sagen die Nobelpreis gekrönten Ökonomen dazu, die Politikmacher, die Bestseller-Autoren und die ehemaligen Finanzminister. Aber das Post-1971-System war nicht der Kapitalismus. Es war zentrale Planung und Vetternwirtschaft. Und sein Maßstab – der Dollar – war nicht mehr echtes Geld. Er war unecht. Betrügerisch eben.

Quelle: Kapitalschutz Akte
300 Billionen Dollar Schulden (von Bill Bonner)
Wie der betrügerische Dollar den Kapitalismus zerstörte (von Bill Bonner)
Weitere Informationen: Investor Verlag

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