2016 abgesagt: DAX kaputt, überall Silvester, Zynismus long!

8. Januar 2016 | Kategorie: RottMeyer, Zeitlos

von Frank Meyer فون فرانك ماير

2016 war ein grandioser Fehlstart. An der Börse, beim Wetter, in der Politik und auf den Hauptbahnhöfen des Landes. Deshalb wurde 2016 kurzum abgebrochen und das Jahr 2017 begann. Höchste Zeit für einen zweiten Rückblick…

2016 sollte eigentlich das Jahr der Aktie werden. Auch das ging schief, nachdem der DAX in den ersten Tagen rund 1.000 Punkte abstürzte. Doch mitten im Börsensturm stand das Deutsche Aktieninstitut mit seiner Fahne auf dem Parkett: „Niemand kommt an Aktien vorbei!“ Oh doch! In China fiel der Shanghai Composite Index auf -2.900 Punkte. Der S+P 500 wurde in S-P 500 umbenannt. Das einzige was stieg, war die Zahl der Suchanfragen auf Google nach Pfefferspray, Selbstverteidigung und Waffen. Die Zertifikate-Industrie bot erste Wetten auf weiter steigende Suchanfragen an.

Je tiefer die Kurse fielen, desto mehr betonte die EZB, keinen „Plan B“ zu haben, sondern nur einen Plan wie Egon Olsen von der berühmten Olsenbande. Wie das ausging, wissen wir, aber die EZB nicht. Deshalb zeichneten sich die vermeintlichen „Währungshüter immer öfters selbst als „Währungshüter des Jahres… (welches eigentlich?)“ aus.

Auffällig war, dass überall und ständig Silvester war. Überall versuchten sich die Leute das alte Jahr in die Luft zu sprengen – und das auch noch immer kostengünstiger! Vor der Firma Weco, dem größten Produzenten von explosivem Glück über unseren Köpfen, hatten sich wie 2015 schon 28 Stunden vor Verkaufsstart der Böllerei lange Schlangen bei wenigen Grad Celsius gebildet, um günstig an das Knallwerk zu kommen. Die Leute wollten verständlicherweise Geld sparen für Geld, das sie ohnehin in die Luft jagen wollten.

Obwohl das Jahr so kurz war, nahmen Trends früherer Zeiten unbeirrt seinen Weg: Die Leute trugen auch weiterhin ihre teuren Wasserflaschen in den Großstädten mit sich herum, selbst wenn es regnete. Die ersten IPhones wuchsen an Händen fest und mussten aufwendig operativ entfernt werden. Man trug Sonnenbrillen im Winter und selbst bleiche Milchbubis trugen Salafisten-Bärte als Unterschlupf für mikrobiologisches Ungeziefer.

Normalerweise blicke ich für unsere Jahresrückblicke selbst in die Glaskugel. Diesmal aber haben wir Blogbetreiber uns an eine „Wahrsagerin“ gewandt. So nennt man heute die früheren „FernsehansagerInnen“. Der ganze Spaß kostete bislang im Zwangs-Abo nur 17,50 Euro monatlich. Um die Kassen noch stärker aufzufüllen, schickte die GEZ verdeckte Ermittler durchs Land, um Nichtzahler und auch Nichtseher zu jagen. Viele tanzten dabei ältere Damen an, die sich dann wunderten, wo sie ihre Handtasche haben liegenlassen…

Revolution in der Wissenschaft! Die Elle wurde abgelöst von der Armlänge – und gehört zur offiziellen Maßeinheit in der Damenwelt und Physik. Der 100-Armlängen-Lauf erfreute sich besonders unter den weiblichen Sportbegeisterten großer Beliebtheit – ausgetragen auf den Bahnsteigen großer Bahnhöfe.

Was halten Sie eigentlich von unserer neuen Bundeskanzler-Doppelspitze und Dreifachbreite Gabriel/Steinmeier? Die Neuwahlen im Mai waren einen Eintrag im Geschichtsbuch wert. Trotz einer Wahlbeteiligung von 13 Prozent wird jeder bis auf die Knochen durchregiert, jetzt aber von einer rot-grün-gelb-blau-links-pink-liberalen Koalition, die man landläufig „Blockflöten“ nennt. Der Bundestag wurde zur „Villa Kunterbunt“ – so bunt wie die neuen D-Mark-Scheine…

Frau Merkel wurde für 200 Milliarden DM von der Deutschen Bank abgeworben. Ihr „Wir schaffen das!“ hatte überzeugt. Damit gehört der alte und wenig ehrliche Spruch „Leistung aus Leidenschaft“ der Vergangenheit an. Die 200 Milliarden D-Mark wurden sofort nach Griechenland überweisen und unter den europäischen Gläubiger verteilt.

Das Unwort des Jahres 2016 wurde „Schatzi!“ – der Abkürzung von Schaf und Ziege. Führende FrauInnenRechtlerInnen zeigten sich begeistert.

Ein deutschlandweiter Engpass in der Produktion von Burkas führte zu nächtlichen Krisensitzungen bei der Deutschen Bahn. Deren Chef Ronald Pofalla untersagte die Benutzung einer Burka als gültiges Fahrticket. Bis dahin konnte jeder noch für 16,50 Euro ein Jahr lang quer durch Deutschland fahren. Aber wer wollte das schon?

Aus der „Tagesschau“ wurde die „Morgen-Show“. Die „heute-Show“ firmierte zur „Tagesschau“ um, bis alle Nachrichten nur noch Show waren – mit etwas Bizzzzz, wenn es um Börse ging. Man überwarf sich selbst mit Preisen, Auszeichnungen und Feuerwerk. Der YouTube Kanal unserer früheren Bundeskanzlerin wurde laut Allensbach-Umfrage unter drei CDU-Mitgliedern zum beliebtesten Informationskanal Deutschlands gewählt. Diejenigen, die Ende 2015 noch dachten, Deutschland schaffe sich ab, waren zu Beginn 2017 überzeugt, dass man das auch geschafft habe.

Der Spiegel, Deutschlands früheres Nachrichtenmagazin, druckt sein Heftchen ab sofort auf Arabisch. Die Zeitungen zogen nach. Wegen mangelnder Leserzahl beantragten sie Staatshilfe. Deswegen und wegen hoher Druckkosten wurde die Zeitungs-Zwangs-Gebühr (ZZG) auch für Nichtleser eingeführt.

EZB-Chef Mario Draghi wurde vom Papst zu Ostern, was aus Rücksicht auf anderen Kulturen nicht stattfand, heimlich heilig und auch noch selig gesprochen von Papst Joseph Blatter. Seitdem flackert nachts über der EZB seltsames Licht, was an das Leuchten des Auges von Mordor erinnert.

Dem EU-Druck sich beugend, stellten wir unseren Blog auf eine fremdländische Sprache um, wobei die Autoren immer noch nicht wissen, in welcher Sprache wir nun schreiben. Kollege Rott besteht auf Klingonisch. Ich plädiere mehr auf Russisch rückwärts.

Doch Endlich bekommen wir so viel Aufmerksamkeit, dass wir als Blogger des Jahres mit einer hohen Fangprämie ausgezeichnet wurden und nun mit der Kohle die nächsten zehn Jahre in der Karibik verbringen. Jeden Tag 30° sind wirklich übel. Aber wir leiden gerne für euch.

Der Gold und Silberpreis stürzten im Jahr 2016, so wie es die Experten vorhergesagt hatten. An der in CRIMEX umbenannten COMEX notierte Silber bei -7,98 $, was auf einen weiteren Fall auf -10 Dollar schließen lässt, sagen die Charttechniker.

Alan Greenspan senkte am 1. April 2016 den US-Leitzins auf -15 Prozent, was zu weiteren Turbulenzen am Finanzmarkt führte. Der DAX crashte um gefühlte 500 Prozent nach oben, bis man merkte, dass Greenspan gar nicht mehr Chef der amerikanischen Notenbank war. Janet Yellen zeigte sich irritiert. Als aber dann Erich Honecker aus seinem Asyl im Jenseits twitterte, man würde ihn dort in Kürze ausweisen, wohin auch immer, wurde das Jahr kurzerhand abgebrochen. Was dann kam, wissen wir nicht, ahnen aber Schlimmes.

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