2015: Was wird wohl werden?

27. Dezember 2014 | Kategorie: RottMeyer

von Manfred Gburek

Die Zeit vor der Jahreswende hat mich immer schon zu Gedankenspielen angeregt. Aus aktuellem Anlass: Geht es uns weiter gut? Hat die Große Koalition bald abgewirtschaftet? Was machen wir mit den Flüchtlingen aus aller Herren Länder? Sind Pegida-Marschierer wirklich nur Spinner? Welchen Medien kann man noch trauen?

Wie dramatisch ist es um Altersvorsorge und -armut wirklich bestellt? Kommt eine Neuauflage des Kalten Krieges? Fliegt uns bald der Euro um die Ohren? Manövrieren uns die Zentralbanken in eine Inflation? Wie lange noch kann der Goldpreis nach unten manipuliert werden? Wann platzt die Anleihenblase? Folgt ihr eine Aktien- und Immobilienblase oder ist sie schon da?

Ich lasse es dabei bewenden, obwohl jede von diesen Fragen um viele weitere zu ergänzen wäre. Wichtig ist indes, dass man sie überhaupt stellt, auch wenn in allen Fällen mehrere Antworten möglich sind. Greifen wir einfach drei Fragen heraus, mit denen zum Teil auch andere abgedeckt sind: Ob es uns weiter gut geht, wie es um die Altersvorsorge bestellt ist und auf welche Weise Zentralbanken uns die Inflation bescheren.

Ob es uns gut geht, hängt zuvorderst von der Gesundheit und vom persönlichen Glück ab, ferner vom Einkommen und Vermögen, von der Sicherheit des Arbeitsplatzes bzw. des selbständigen und/oder sonstigen Einkommens, von Freundschaften und Netzwerken. Diese Faktoren sind größtenteils interdependent; das heißt, Glück hängt zum Beispiel von der Gesundheit und von der Sicherheit des Arbeitsplatzes ab, Einkommen und Vermögen ebenfalls, Freundschaften gehören zum Glück, Netzwerke zur Karriere und damit zu einem sicheren Einkommen.

Externe Faktoren können das persönliche Wohlbefinden stören oder sogar zugrunde richten. Sie treten in vielfacher Form auf: als Krankheit, Unfall, Schicksalsschlag, Arbeitsplatzverlust, Gesetzesänderung, Steuererhöhung, Inflation, Deflation, Falschberatung, Betrug, Einbruch, Diebstahl usw. Es gibt keinen absoluten Schutz vor all dem, nur einen relativen: Indem Sie mindestens gesund leben, in jedem Altersabschnitt die passenden Versicherungen abschließen, finanzielle Reserven vorhalten, ja Ihre ganzen Finanzen möglichst selbst in die Hand nehmen.

Was die Altersvorsorge angeht, benehmen sich die meisten Deutschen immer noch wie Träumer. Sie erliegen der Illusion, ihr Vorsorgebeitrag werde zum Ende des Lebens schon irgendwie reichen. Tut er aber in den meisten Fälle nicht. Und die jetzige Bundesregierung unternimmt alles, damit es so bleibt: Indem sie die Rente mit 63 eingeführt hat, das drohende Debakel der Lebensversicherungen zur Seite wischt, die fragwürdige Riester-Rente einfach weiter laufen lässt, die Gefahren der betrieblichen Altersversorgung ignoriert und nicht den Hauch einer Idee einbringt, wie man das ganze Vorsorgesystem runderneuern könnte.

Mit Entsetzen denke ich an die vielen – auch neuen – nicht barrierefreien Wohnhäuser. Soweit es sich um Altbauten handelt, kann man noch verstehen, dass es keinen Fahrstuhl gibt und dass Eigentümer die hohen Einbaukosten scheuen, die sie dank unserer mieterfreundlichen Gesetzgebung vermutlich nie wieder eingespielt bekommen. Aber welcher Teufel reitet heute solche Architekten, die Bewohner neuer Häuser auf Krücken oder mit einem Kinderwagen im Schlepptau erst über ein paar Treppen stolpern lassen, bevor sie ihre Wohnung oder den Fahrstuhl erreichen? Das wird vor allem im Zuge der Überalterung und damit zunehmenden Gebrechlichkeit ein riesiges Problem, verursacht durch Architekten und Behörden, die den Barriere-Unsinn genehmigen.

Kommen wir noch kurz zum Thema Zentralbanken und Inflation. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass es in einer Kaste von Zentralbankern und Volkswirten theoretisch zerredet wird, ohne dass – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – jemand aus dieser Kaste den Mut aufbringt, auf die wirklichen Gefahren hinzuweisen. Immer wieder muss ich hören und lesen, in der Eurozone werde eine Inflation von etwas unter 2 Prozent angestrebt. Ein wunderliches Ziel. Warum ist die Eurozone mit aktuell 0,3 Prozent nicht zufrieden? In Deutschland sind es 0,6 Prozent. Dabei geht es uns insgesamt besser als den Franzosen, Italienern und sonstigen Mittelmeer-Anrainern.

Kein Zweifel, was sich als Geldelite ausgibt, hat abgehoben und mit uns Normalos anscheinend nichts mehr zu tun. Doch wehe, wenn die Inflationsrate tatsächlich zu steigen beginnt! Dann wird es zu Kollateralschäden kommen, wie wir sie in so einer Vielzahl und Zusammenballung noch nie erlebt haben: steigende Zinsen, Anleihen- und Aktienpanik, Einrichtungen der Altersvorsorge in Not, Steuererhöhungen, zusammenbrechende Kreditsysteme, Währungsturbulenzen, verschärfte Eurokrise und letztlich nicht mehr zu bändigende Inflation weit über 2 Prozent hinaus. Die Aktienkurse werden sich irgendwann wieder erholen. Doch bis dahin wird Gold und wahrscheinlich auch Silber der beste Schutz vor den Kollateralschäden sein. Viel Glück im neuen Jahr!

Manfred Gburek – Homepage



 

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