Jauchzet frohlocket!

26. Dezember 2013 | Kategorie: RottMeyer

Glosse von Frank Meyer

Haben Sie Vorsätze für 2014? Nein? Zuversicht ist alles! 2014 wird alles besser. Dieser offiziellen Meinung gilt es Rechnung zu tragen. Ich werde nur noch über schöne Dinge schreiben. Man muss loslassen können…

Uns geht`s gut! Schauen Sie sich doch um. Alles wächst, blüht und gedeiht. Bei Ihnen nicht? Dann ziehen Sie doch um. Selbst Trockenrasen ist heute der Vorbote für grüne Sprossen und Hoffnung die Strategie für 2014. Aus diesem Grund pflanze ich einen Baum in eines unserer Schlaglöcher vor unserem Haus.

Vorgestern habe ich inmitten eines Kaufrausches verbracht. Einen Tag vor Weihnachten sind die Leute wieder durchgedreht. Vor Feiertagen ist das normal, denn jeder hat dann Sorge zu verhungern. Zwischen den Regalen der Üppigkeit pulsiert etwas, was die Experten Optimismus von Konsumenten nennen. Und schon schraubt die GfK ihren WDW-IBSW – Index (Wünsch-Dir-was-ist-bald-schon-Weihnachten-Index“ nach oben. Die Supermärkte waren voll wie mein Nachbar.

Die Einkaufswagen waren gefüllt mit viel Füllstoff. Lebensmittel kann man ja das Zeug heute nicht mehr nennen. Trotz aller Geschmacklosigkeit macht es satt. Satt werden ist heute kein Thema mehr! Satt sein schon…

Ho ho ho! Wir lassen es so richtig gut gehen, nach einem erfolgreichen 2013. Erfolgreich… Wenig Erfolg. Wenig Reichtum. Na, warten Sie mal 2014 ab!

Mal ehrlich, wir sollten unser Geld ausgeben, solange es noch etwas wert ist. Und so ist es doch erfreulich, dass die Leute das tun. Sonst hätten wir ja schon wieder Krise. Eine Regierungskommission zur Erhöhung der Volkslaune (RKEV) hat „Krise“ auf einen Index gesetzt, denn „Krise“ heißt heute Chance oder staatlich verordneter Konsumrausch. Ein Hoch auf die Geldumlaufgeschwindigkeit! Pflichtbewusste Bürger verschulden sich jetzt.

Das Jammern des Einzelhandels kann man wirklich ignorieren. Der klagt immer. Es ist sein ewiger Marketing-Gag und gehört zu seinem Geschäftsmodell trotz der ach so prall gefüllten Geldbörsen. Zudem werden wir ja immer reicher. Schließlich ist auch die Zahl derjenigen gesunken, die arm bzw. von Armut betroffen sind. Die Quote hierzulande ist von 19,9 Prozent im letzten Jahr auf jetzt zu vernachlässigende 19,6 Prozent regelrecht abgestürzt. Das feiern wir mit Wöhf Klückow (die richtige Schreibwiese wäre Schleichwerbung)

Übrigens, in meiner Umgebung kaufen immer mehr Leute eine Wohnung oder ein Haus. Ist das nicht toll? Mit einer Jobsicherheit von 20 Jahren ist das Harakiri oder eine wirklich gute Idee. Ich finde es lustig, wenn frisch gebackene Hausbesitzer gerade Witze über mich als Mieter machen. Wissen Sie, ich sammle inzwischen Mieter-Witze, um sie später als Weihnachtsgrüße versenden zu können.

Alles ist wunderbar. Selbst die Klimaerwärmung erlebt einen Aufschwung. Die am Heilig Abend geschnittenen Kirschzweige trugen heute morgen schon pralle Kirschen. Ich bin in Eile, da ich daraus Marmelade kochen möchte. Zuvor muss ich aber noch ein paar Palmen fällen und etliche Sanddünen wegschippen… (Seite 2)

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Ein Kommentar auf "Jauchzet frohlocket!"

  1. Schubidu sagt:

    Hallo Herr Meyer,

    ich wünsche mir von Ihnen, dass Sie auch in 2014 weiterhin so „herzerfrischend politisch unkorrekt“ schreiben wie bisher. Ihren Blog zu lesen ist für mich jeden Tag ein echtes Highlight und zaubert mir so oft ein Schmunzeln ins Gesicht. Vielen Dank dafür.

    Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch ins Jahr 2014.

    Viele Grüße aus Mainhattan
    Schubidu

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