2013: Glanz & Elend im Rückblick. Tautologien-Cocktail mit &-Zutaten

1. Januar 2014 | Kategorie: Gäste

von Hans Jörg Müllenmeister

Was die Zunft der Wahrsager an Visionen für 2013 in Aussicht stellte, war null & nichtig, selbst kryptische Nostradamus-Vorhersagen zerbrachen sang- & klanglos. Wieder einmal versetzte uns ein Jahr der Krisen, Kriege & Katastrophen in Angst & Schrecken…

In Pakistan und Syrien hagelte es weiter Bomben & Granaten. Sie versprühten nicht nur Gift & Galle: Hunderttausende, vor allem Kinder verloren Hab & Gut, einfach alles, was ihnen lieb & teuer war.

Im schwachbrüstigen Finanz-Europa verteilte man großzügig in den Bankenkrisen Rettungsschirme. Wieder einmal rücken wir als Privatanleger dem Sodom & Gomorrha ein Stück näher. Dabei schwollen die Börsenindizes wie DAX & Co weltweit an zu riesigen Blasen. Selbst der sprichwörtlich sichere Hafen Gold & Silber verlor mächtig an Glanz & Gloria.

Und frank & frei nennen wir sie, all die mutigen Menschen: Zuerst das tapfere pakistanische Mädchen Malala Yousafzai, das für die Rechte der Mädchen in der Heimat beherzt kämpft, und das mit dem Einsatz von Leib & Leben. Oder denken Sie an den abtrünnigen IT-Spezialisten Edward Snowden. Er stellte sich mit Fug & Recht hinter den Freiheitsgedanken. Dazu förderte der Whistleblower brisantes NSA-Überwachungsmaterial zutage. Nicht zu vergessen, der Tod Nelson Mandela. Jahr & Tag kämpfte der 95-jährige unermüdlich gegen die Apartheid. Indes vergoss unser FC Bayern-Präsident Rotz & Wasser, ob seiner öffentlich gewordenen Steuer-Millionen.

Endlich, ein Glanzlicht gelebter Menschlichkeit und Schlichtheit: Unser neuer Papst Franziskus! Er verzichtet voll auf Prunk & Gloria. Nichts da mit Papamobil & Papperlapapp! oder mit Plüsch & Plum. Dagegen ließ es sein Mitarbeiter in Limburg, Bischof Tebartz-van Elst mit Pauken & Trompeten krachen. Insgesamt 31 Millionen verschlang seine schlichte geldhungrige Bischofshütte. Und einen Milliarden-schweren Bilder-Schatz beherbergte Cornelius Gurlitt jahrzehntelang in seiner Schwabinger Wohnung. Selbst ein einziges dieser Werke wäre eine Sensation bei Kunst & Krempel.

Viele Menschen verloren 2013 ihr Hab & Gut; sie bangten um Leib & Leben. Aber nur wenige Bankster und Politiker verloren Amt & Würden. Diese Herrschaften schworen Stein & Bein, sie hätten immer nach bestem Wissen & Gewissen gehandelt. Vieles war erstunken & erlogen. Ross & Reiter blieben im Dunkeln, und ihre Geldtaschen füllten sich unerklärlich auf Biegen & Brechen. Längst gehören die Nadelstreifen-Zocker hinter Schloss & Riegel. Robuster verfuhr man in China: da bescherte man einem „Bankdito“ als einmalige Bonuszahlung ein kopfloses Ende. Und in Nordkorea richtete Diktator Kim Jong Un seinen Onkel hin, den Zweitmächtigsten im Lande. Sie sehen, selbst Verwandter – auch Nichten & Neffen – kann er um Kopf & Kragen bringen; wenn’s ihm in den Sinn kommt, dem einstigen Internatsschüler aus St. Gallen.

Verflixt & zugenäht, ist denn alles vergeben & vergessen: Der Großbetrug des 11. September, das Weltschulden-Babylon, Amokläufe, Firmenpleiten in Hülle & Fülle und oben drauf die ewige Klimalüge? Und das vielgequälte Erlösungswort des Jahres „Rettungsschirm“ macht immer noch weit & breit von sich reden.

Alt & Jung schritten zur Bundestagswahl. Danach war Schuss mit dem Jauchzen & Frohlocken bei der FDP, sie ging sang & klanglos unter – die Schwarz-Gelbe Bundesregierung hatte ihre Pflicht & Schuldigkeit getan. Dann gab es ein Zittern & Beben bei der SPD. Bei der neuen Schwarz-Roten Regierung liegen Glück & Unglück dicht beisammen – ein Vabanque-Spiel zwischen Himmel & Erde. Des Langen & Breiten hatte man die Große Koalition zusammengetackert. Ohne zaudern & zagen entschied sich die Gesellschaft für Sprachverwirrung für „GroKo“: das Unwort des Jahres. Jetzt haben wir die Reptilienkoalition. Und wieder steht als Aufsichtsratschef bei der Flughafen-Bausimulation der erprobte Party-Klaus Po-bereit. Derweil verharrte Bayern-Horst steif & fest auf seiner PKW-Maut-Gebühr für Ausländer… (Seite 2)

 

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3 Kommentare auf "2013: Glanz & Elend im Rückblick. Tautologien-Cocktail mit &-Zutaten"

  1. Takuto sagt:

    Eine Theorie wird nicht dadurch wahr, dass man sie immer wieder wiederholt. Die Wahrsagerin Joy Ayyad wurde 2013 durch ihre extreme Treffsicherheit berühmt. Allerdings ist ihre Vorhersage für 2014 (wiederum) mehr als abenteuerlich.

  2. crunchy sagt:

    Danke. George Orwell hatte sich in der Zeit geirrt, denn „Heute“ grüßt das Murmeltier,
    Petra G., beispielsweise, die im ersten Irakkrieg, den angeblich nicht vorhandenen
    Zugang zum Shatt al Arab, Sadam Hussein den Überfall auf Kuweit absegnete.
    Lang, lang ist´s her. Besser wurde es nimmermehr.
    Jetzt wollen sie uns die Mühe der Wahlen erleichtern: Nur noch in 25% mehr Jahren
    diese Anstrengung. Meine Hoffnung liegt -noch- auf der Alternative für Deutschland.
    Doch, man glaubt es nicht: Da gibt es auch, und gerade in Hessen, im Rhein-Main-Gebiet, Idioten, die mit nationalistischer Bauernfängerei, die letzte Hoffnung auf demokratische Selbstbefreiung beerdigen wollen. Kämpfen wir für Bernd Lucke!

  3. bluestar sagt:

    @crunchy
    Da haben wir die gleiche Hoffnung. Und wenn ich Ihr -noch- interpretieren darf, sind da auch schon ernsthafte Zweifel. Bei mir übrigens auch, denn:
    1. Ist da die erdrückende Allmacht der herrschenden, lügenden, manipulierenden
    und verdummenden Medien, welche die Deutschen permanent konsumieren
    2. Ist noch genügend Zeit für die herrschenden Eurodespoten, Systemparasiten
    um diese eventuell Alternative wirkungsvoll zu unterwandern, zu verleumden etc.
    3. Sind wohl über 80% der Bürger mit den jetzigen Zuständen zufrieden, sehen
    keinen Veränderungsbedarf. Deshalb ist selbst bei Abschaffung von Wahlen und
    Verankerung einer GROKO im Grundgesetz nicht mit Widerstand zu rechnen.
    Freiheitsliebe, Eigenverantwortung, Unabhängigkeit, Leistungsbereitschaft,
    das sind doch mittlerweile für die Massen wertlose Worthülsen.
    4. Stellt sich die grundsätzliche Frage, ob mit Wahlen überhaupt nennenswerte
    Veränderungen herbeigeführt werden könnten. Entscheidend ist doch eher, wie sich
    das Großkapital als Träger der ökonomischen macht positioniert.

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